„Kinderrechte stärken heißt auch, Kinderarmut zu bekämpfen“

Zu den heute von der Landesregierung veröffentlichten überarbeiteten Bildungsgrundsätzen für Kinder von null bis zehn Jahren erklärt Dr. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die Überarbeitung der Bildungsgrundsätze war nach zehn Jahren wichtig und überfällig. Die Lebenswelt von Kindern hat sich verändert. Es ist richtig, dass Kinderrechte, Kinderschutz und Beteiligung heute einen höheren Stellenwert erhalten. Insgesamt setzen die neuen Bildungsgrundsätze eine andere Priorität: Kinderarmut, soziale Herkunft und ungleiche Bildungschancen treten darin nämlich hinter Diversitäts- und Beteiligungsfragen deutlich in den Hintergrund. Dabei prägen gerade diese Faktoren noch immer den Bildungsweg vieler Kinder in NRW.

Kinderrechte stärken heißt auch, Kinderarmut zu bekämpfen. Kitas und Schulen können Armut nicht beseitigen. Sie können ihre Folgen aber abmildern und allen Kindern bessere Chancen eröffnen. Dafür braucht es konkrete Unterstützung: Beitragsfreie Bildung, ein kostenfreies Mittagessen und kostenlose Mobilität für Kinder und Jugendliche.

Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern verliert in der neuen Fassung an Verbindlichkeit. Dabei sind Familien der erste und wichtigste Bildungsort. Eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft braucht gegenseitige Verantwortung und einen regelmäßigen Austausch zwischen Familien und pädagogischen Fachkräften. Gleichzeitig müssen wir jene Familien besser erreichen, deren Kinder bislang keine Kita besuchen. Dafür sollten die kommunalen Präventionsketten ausgebaut und Familien in ihrem Lebensumfeld gezielt angesprochen werden.“

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